Was ist der Unterschied zwischen Gewohnheiten & Routinen?

In diesem Blog habe ich öfters über Routinen geschrieben. Selten über Gewohnheiten. Doch was ist eigentlich der Unterschied? Egal ob Morgenroutine oder Abendroutine, es ging immer um Routinen. Dabei war ich mir irgendwann gar nicht mehr so sicher, ob ich auf dem richtigen Weg bin. Wann ist eigentlich eine Routine eine Routine? Kann eine Routine zur Gewohnheit werden? Und worin besteht wirklich der Unterschied?

Eine Gewohnheit bezieht sich auf eine wiederkehrende Verhaltensweise, die automatisch und unbewusst ausgeführt wird. Grund ist ein konkreter Auslöser (Reiz). Eine Routine hingegen ist eine bewusst gewählte Abfolge von Handlungen oder Aktivitäten, die in einem bestimmten Kontext oder zu einer bestimmten Zeit durchgeführt werden.

 

 

Was ist eine Gewohnheit?

Gewohnheiten sind faszinierende und tief verwurzelte Verhaltensmuster, die einen wesentlichen Teil unseres täglichen Lebens ausmachen. Sie beeinflussen, wie wir denken, fühlen und handeln, oft ohne dass wir es bewusst bemerken. In diesem Abschnitt werden wir uns ausführlich mit dem Konzept der Gewohnheiten befassen, ihre Bedeutung verstehen und wie sie gebildet, geändert und in unserem Leben genutzt werden können.

 

Wie werden Gewohnheiten definiert?

Eine Gewohnheit kann am besten als eine automatische, wiederholte Handlung oder ein Verhalten beschrieben werden, das regelmäßig und fast reflexartig ausgeführt wird. Gewohnheiten sind erlernte Verhaltensmuster, die durch wiederholte Praxis und Konditionierung entwickelt werden. Sie können physischer, mentaler oder emotionaler Natur sein und reichen von kleinen alltäglichen Handlungen wie Zähneputzen bis zu komplexeren Verhaltensweisen wie Rauchen oder Sport treiben.

 

Wie ist eine Gewohnheit aufgebaut?

Eine Gewohnheit besteht aus drei Hauptkomponenten:

Trigger (Auslöser): Der Auslöser ist der Moment oder die Situation, die die Gewohnheit in Gang setzt. Es kann ein spezifischer Ort, eine bestimmte Zeit, eine Emotion oder ein Ereignis sein.

Verhalten: Dies ist die eigentliche Handlung oder das Verhalten, das in Reaktion auf den Auslöser ausgeführt wird. Es ist das, was wir tun, wenn die Gewohnheit aktiviert wird.

Belohnung: Die Belohnung ist das positive Ergebnis oder die Befriedigung, die wir durch die Ausführung der Gewohnheit erhalten. Diese Belohnung verstärkt das Verhalten und fördert die Bildung der Gewohnheit.

Ein einfaches Beispiel: Wenn Sie einen dunklen Raum betreten, löst dies das Verlangen aus, etwas zu verändern. Sie wollen etwas sehen. Es folgt die sogenannte Antwort, das heißt eine konkrete Reaktion – in diesem Fall das Betätigen des Lichtschalters. Der letzte Schritt ist das eigentliche Ziel der Gewohnheit: die Belohnung. In unserem Beispiel ist es die Erleichterung, nicht mehr im Dunkeln tappen zu müssen.

 

Wie werden Gewohnheit gebildet?

Die Bildung von Gewohnheiten ist ein faszinierender Prozess, der unser tägliches Verhalten in vielerlei Hinsicht beeinflusst. Charles Duhigg hat in seinem Buch „The Power of Habit“ einen vierstufigen Prozess beschrieben, der erklärt, wie Gewohnheiten entstehen und gefestigt werden. Lassen Sie uns diese Stufen im Detail betrachten:

 

Cue (Auslöser):

Der Auslöser ist der erste Schritt bei der Bildung einer Gewohnheit. Er kann als der Funke oder der Reiz betrachtet werden, der das Verhalten in Gang setzt. Auslöser werden in zwei Hauptkategorien unterteilt:

Äußere Auslöser: Dies sind externe Faktoren wie Orte, Personen, Zeiten oder Ereignisse, die eine Gewohnheit auslösen können. Zum Beispiel kann das Anblick einer Tasse Kaffee (äußerer Auslöser) das Verlangen nach einer Tasse Kaffee (Gewohnheit) auslösen.

Innere Auslöser: Diese sind emotionaler oder mentaler Natur. Sie können durch Gefühle wie Langeweile, Stress, Glück oder Angst ausgelöst werden. Wenn Sie beispielsweise bei Stress dazu neigen, Schokolade zu essen, ist der Stress der innere Auslöser für diese Gewohnheit.

 

Routine (Verhalten):

Die Routine ist das eigentliche Verhalten oder die Handlung, die als Reaktion auf den Auslöser ausgeführt wird. Dies ist der sichtbare Teil der Gewohnheit. Es kann sich um eine physische Aktivität wie Rauchen, um eine geistige Aktivität wie das Beantworten von E-Mails oder um eine emotionale Reaktion wie das Essen von Trostnahrungsmitteln handeln.

 

Reward (Belohnung):

Die Belohnung ist der positive Aspekt, der das Verhalten verstärkt und dazu führt, dass die Gewohnheit beibehalten wird. Diese Belohnung kann physischer, emotionaler oder mentaler Natur sein. Wenn Sie beispielsweise regelmäßig joggen gehen (Verhalten), kann die Belohnung in Form von Freisetzung von Endorphinen (glücklich machende Hormone) und einem Gefühl des Erfolgs bestehen.

 

Craving (Verlangen):

Das Verlangen ist die unsichtbare Komponente der Gewohnheit und stellt das Verlangen oder den Drang dar, die Belohnung zu erhalten. Es ist das Gefühl, das Sie motiviert, die Gewohnheit immer wieder auszuführen. In unserem Jogging-Beispiel könnte das Verlangen nach dem Glücksgefühl und dem Erfolg dazu führen, dass Sie immer wieder joggen gehen.

 

Was ist eine Routine?

Routinen sind feste, regelmäßige Abläufe von Aktivitäten oder Handlungen, die Menschen in ihrem täglichen Leben praktizieren. Sie bilden die Grundlage für Struktur und Stabilität und spielen eine entscheidende Rolle in der Organisation und Effizienz des Alltags. In diesem Abschnitt werden wir die Bedeutung von Routinen, ihre Vorteile und wie sie in verschiedenen Lebensbereichen angewendet werden, genauer betrachten.

 

Wie werden Routinen definiert?

Routinen werden als wiederkehrende Muster von Aktivitäten oder Handlungen definiert, die in einem festgelegten Zeitrahmen und einer bestimmten Reihenfolge durchgeführt werden. Diese wiederholten Abläufe können täglich, wöchentlich, monatlich oder in anderen regelmäßigen Intervallen stattfinden. Routinen zeichnen sich durch ihre Beständigkeit und Vorhersehbarkeit aus.

 

Wie ist eine Routine aufgebaut?

Aktivitäten oder Handlungen: Dies sind die konkreten Schritte oder Aufgaben, die in der Routine enthalten sind. Beispiele hierfür sind das morgendliche Zähneputzen, das tägliche Training oder das wöchentliche Einkaufen.

Zeitrahmen: Routinen sind zeitlich begrenzt und haben einen festen Beginn und ein Ende. Ein gutes Beispiel ist die morgendliche Routine, die normalerweise am Morgen beginnt und mit dem Verlassen des Hauses oder dem Beginn der Arbeit endet.

Reihenfolge: Routinen folgen oft einer bestimmten Abfolge von Aktivitäten, die in einer logischen Reihenfolge angeordnet sind. Zum Beispiel folgt auf das Aufstehen das Duschen, das Anziehen und dann das Frühstücken.

Regelmäßigkeit: Routinen werden regelmäßig wiederholt, sei es täglich, wöchentlich oder in einem anderen vordefinierten Zeitraum.

Zweck: Routinen verfolgen einen bestimmten Zweck oder Nutzen. Dies kann von der Bewältigung der täglichen Aufgaben bis zur Förderung der Gesundheit, Produktivität oder des Wohlbefindens reichen.

 

Wie werden Routinen gebildet?

Die Bildung von Routinen erfolgt durch einen schrittweisen Prozess, der durch wiederholte Handlungen und gezielte Planung geprägt ist. Hier sind die Schritte zur Bildung von Routinen:

 

Identifikation von Zielen und Bedürfnissen:

Bevor Sie eine Routine erstellen können, müssen Sie Ihre Ziele und Bedürfnisse klar definieren. Überlegen Sie, welche Aktivitäten oder Handlungen Ihnen helfen werden, Ihre Ziele zu erreichen oder Ihren Alltag zu organisieren. Dies können gesundheitsbezogene Ziele wie regelmäßiges Training oder Ernährungsumstellungen sein, aber auch berufliche oder persönliche Ziele wie Zeitmanagement oder Stressbewältigung.

 

Festlegung von Prioritäten:

Wenn Sie Ihre Ziele kennen, sollten Sie Prioritäten setzen. Welche Aktivitäten oder Gewohnheiten sind am wichtigsten und sollten in Ihre Routine integriert werden? Stellen Sie sicher, dass Sie realistische Erwartungen haben und sich nicht überfordern.

 

 

Erstellung einer Zeitplanung:

Ein effektiver Zeitplan ist entscheidend für die Umsetzung von Routinen. Bestimmen Sie, wann Sie die geplanten Aktivitäten durchführen möchten. Dies kann sowohl täglich als auch wöchentlich erfolgen. Beachten Sie dabei Ihre persönlichen Präferenzen und Verpflichtungen.

 

Starten Sie langsam:

Wenn Sie gerade dabei sind, Routinen zu entwickeln, ist es ratsam, langsam zu beginnen. Versuchen Sie nicht, zu viele Aktivitäten auf einmal in Ihren Alltag zu integrieren. Starten Sie mit einer kleinen Anzahl von Aktivitäten und erweitern Sie Ihre Routine schrittweise, wenn Sie sich wohler fühlen.

 

Wiederholung und Konsistenz:

Das Herzstück jeder Routine ist die Wiederholung. Um eine Routine zu etablieren, müssen Sie die geplanten Aktivitäten konsequent ausführen. Mit der Zeit wird dies zu einer Gewohnheit, und Sie werden weniger bewusste Anstrengung benötigen, um sie aufrechtzuerhalten.

 

Anpassung und Flexibilität:

Routinen sollten nicht starr sein. Das Leben ist voller Überraschungen und unerwarteter Ereignisse. Es ist wichtig, flexibel zu sein und Ihre Routinen bei Bedarf anzupassen. Wenn sich Ihre Bedürfnisse oder Umstände ändern, sollte Ihre Routine dies widerspiegeln.

 

Belohnung und Motivation:

Um Ihre Motivation aufrechtzuerhalten, belohnen Sie sich selbst für das Einhalten Ihrer Routine. Die Belohnung kann variieren, aber sie sollte positiv und für Sie persönlich bedeutsam sein. Dies kann ein freier Abend nach einer Woche harter Arbeit oder ein besonderes Vergnügen sein.

 

Wie unterscheiden sich Routinen & Gewohnheiten?

Routinen und Gewohnheiten sind zwei eng miteinander verbundene Konzepte, die oft miteinander verwechselt werden, aber dennoch unterschiedliche Bedeutungen und Merkmale haben.

Die Definition: Eine Routine ist eine festgelegte Abfolge von Aktivitäten oder Handlungen, die regelmäßig und in einem bestimmten zeitlichen Rahmen durchgeführt werden. Eine Gewohnheit ist ein automatisches Verhalten oder eine Handlung, die sich aufgrund von wiederholter Praxis und Konditionierung entwickelt hat. Gewohnheiten werden oft unbewusst ausgeführt, ohne viel Nachdenken oder Planung.

Das Bewusstsein: Routinen sind bewusst geplante Aktivitäten. Routinen erfordern zu Beginn bewusste Anstrengung und Entscheidungen. Gewohnheiten werden unbewusst ausgeführt. Sie erfordert weniger geistige Anstrengung, da sie im Laufe der Zeit zum Teil unserer Persönlichkeit werden.

Das Ziel: Routinen haben einen bestimmten Zweck oder ein Ziel. Gewohnheiten können sowohl positive als auch negative Auswirkungen haben, aber sie sind nicht zwingend darauf ausgerichtet, ein bestimmtes Ziel zu erreichen.

Die Veränderung: Routinen sind in der Regel leichter zu ändern oder anzupassen, da sie bewusst entwickelt wurden. Gewohnheiten sind schwerer zu ändern, da sie oft tief verwurzelt und unbewusst sind.

 

Wie wird eine Routine zur Gewohnheit?

Eine Routine kann im Laufe der Zeit zur Gewohnheit werden. Der Übergang von einer Routine zur Gewohnheit erfolgt jedoch nicht automatisch und erfordert bewusste Anstrengung und Wiederholung. Erst die Entwicklung vom bewussten zum unbewussten Handeln lässt eine Routine zur Gewohnheit werden.

Die Wiederholung ist entscheidend, um eine Aktivität von einer bewussten Routine in eine automatische Gewohnheit umzuwandeln. Je häufiger Sie die Aktivität ausführen, desto mehr wird Ihr Gehirn dazu neigen, sie automatisch zu machen.

Ein wichtiger Bestandteil der Gewohnheitsbildung ist der Auslöser oder Cue. Dies ist der Reiz oder die Situation, die das Verhalten auslöst. Wenn Sie die Routine immer in Verbindung mit einem bestimmten Auslöser ausführen, wird Ihr Gehirn diese Verknüpfung herstellen, was die Gewohnheitsbildung unterstützt.

Die Belohnung, die aus der Ausführung der Aktivität resultiert, verstärkt das Verhalten und unterstützt die Bildung der Gewohnheit. Es ist wichtig, die positiven Aspekte der Aktivität zu erkennen und sie als Belohnung zu betrachten.